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Züchtermotive

Lutz Gültner:

Mein Weg von der Soayschafzucht zur Soayschafsucht:
4 Monate vor dem Kauf von 2 originalen St. Kilda Auen und einem St. Kilda Bock begann ich mit dem Bau der Umzäunung meines  1,1 ha großen Geländes.
Also: eine genaue Planung ist nötig um ein solches Projekt anzugehen.

Erst einmal grob ausmessen, um den Bedarf an Zaun und Säulen festzustellen. Ich wählte eine Zaunhöhe von 1,25 m und die unteren Maschen bis 50 cm Höhe in 5 cm Abständen, da ich auch auf längere Sicht züchten wollte.
Dieser Zaun hat sich auf Dauer bezahlt gemacht:  Lämmerschutz und Fuchsabwehr.
Die 1,1 ha teilte ich in drei Koppeln auf, und in die kleinste baute ich die notwendige Fangeinrichtung.

Im Oktober holte ich meinen Zuchtstamm und hatte im darauf folgendem April gleich 4 Lämmer und alle weiblich. Jedes Jahr hatte ich sehr gute Lämmer und bis jetzt noch nie eine Totgeburt bzw. einen Sterbefall.

Großen Wert lege ich auf Reinrassigkeit:

guter Fellabwurf

korrekten Körperbau

 dunkle Fellfärbung mit typischen Spiegel
( Ohrinnenseiten, Bauchfärbung, Augenflecken u.s.w.)

Ich lege viel Wert auf das Vermitteln meiner Erfahrung bei der Soayschafzucht an Neuzüchter und Interessierte dieser sehr schönen Rasse.


Klaus Pohlandt:

Vereinsmitglied Klaus Pohlandt gründete eine kleine Siedlung auf einem ca. 25.000qm großen dicht bewaldeten Gelände. Es sollten Bauplätze und Gärten entstehen. Vor lauter Wald konnte man die Hand nicht vor Augen sehen. Es handelte sich um alle Baumarten und alte Obstbäume. Dort wo keinen Bäume wuchsen, standen 2 Meter hohe Brennnesseln. Vereinzelt Eiben.

Zuerst bin ich mit der Motorsäge in den Wald und habe Schneisen für das Einbringen eines Elektrozaunes hineingeschnitten. Zum Teil konnte ich die Schneisen auch mit dem Trecker in den Wald fahren, wenn die Bäume nicht zu groß waren.

Dann habe ich immer jeweils 1000qm eingezäunt und die Schafe hineingetrieben. Achtung: jedes Blatt von Eiben muß entfernt werden, da es sonst sofort Todesfälle gibt, was bei mir zwei mal bei übersehenen Eiben der Fall war. Je nach Lust und Laune fressen die Soays jeden Baum und pellen ihn zum Teil auch. Man muß dann nach und nach mit der Motorsäge hinterher, die Bäume umsägen, damit die Schafe auch an die oberen Bereiche der Bäume kommen. Besonders beliebt sind Obstbäume und Nussbäume (Hasel- und Walnuss), sie fressen aber auch alle anderen Laub und Nadelbäume.

Auf diese Weise habe ich ca 25.000qm Wiese hergestellt, die immer wieder von Brombeeren und Himbeeren durchzogen war. Von diesen Pflanzen gibt es heute fast keine mehr. Alle Bäume, die ich erhalten wollte: Birken, Hasel-Wallnuss, Obstbäume[KP1]  , Eichen, Ahorn, Fliederbeer, Ebereschen usw. mußte ich durch Einzäunen oder durch Drahtumwicklungen vor den Schafen schützen. Einzig die Brennesselnl haben sie noch nicht ganz beseitigt. Wir müssen jedes Jahr 5 mal mähen. Sowie die Brennessel abgemäht ist, kommen die Soays sofort anschließend und fressen solange bis keine mehr da sind. In 7 Jahren waren es mit einem mal 45 Schafe. Wir hatten keine Totgeburt und keine Komplikationen beim Ablammen. In strengen Wintern haben wir ca. 4 Tiere verloren. Wir haben jetzt die Herde auf 13 Tiere reduziert, weil wir nicht mehr ganze Wälder umlegen müssen, d.h. die Soays stehen inzwischen auf einer relativ normalen Wiese, von den immer wieder aufbegehrenden Brennesseln mal abgesehen. Ab der Ranzzeit im Oktober haben wir die Böcke auf einer extra Wiese, damit wir nur mit einem Bock weitervermehren können.

Die Schafe haben ihre Hauptaufgabe erfüllt. Wir haben zuerst junge Böcke geschlachtet. Sie schmeckten nach nichts. Wir haben gelernt, Böcke erst nach ein paar Jahren zu schlachten, die dann immer noch nicht nach Schaf schmecken sondern nach eher würzigem Reh.

Nun erfreue ich mich hauptsächlich an der wunderbaren dunkelbraunen Farbe der Tiere, die sich auf satter grüner Wiese wie dunkle Flecken bewegen, die sich nach unsichtbaren Gesetzen gegenseitig über die Koppeln ziehen, es sei denn ich bewege mich für sie zu schnell, dass sie spontan auf mich in ihrer Bewegung reagieren.

Sie haben etwas Magisches. Jeder der einmal Soays fangen wollte und Misserfolge dabei hatte, kann davon berichten, wie die Tiere oft sofort wahrnehmen, was wir im Schilde führen. Als ältere Mensch habe ich mir schon oft die Seele aus dem Körper gelaufen, bei meinen Fangversuchen.

Heute weiß ich, mit welcher geistigen Einstellung ich zu den Soays gehen muß, wenn ich sie fangen will. Mein Nachbar Fokko weiß davon Lieder zu singen.

Wer etwas darüber erfahren will, kann mich anrufen. Ich verrate alle meine Geheimnisse. Klaus Pohlandt Buchhorst-Garten 3, 29471 Gartow, Tel. 05846/979104